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Wie funktioniert eine wärmepumpe einfach erklärt – Praxisnah und verständlich

wie funktioniert eine wärmepumpe einfach erklärt: Erfahren Sie kompakt das Prinzip, Typen und Vorteile – jetzt lesen.

Im Grunde ist eine Wärmepumpe nichts anderes als ein umgekehrter Kühlschrank. Sie entzieht ihrer Umgebung – also der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser – kostenlose Wärmeenergie. Diese pumpt sie dann auf ein höheres Temperaturniveau, um damit Ihr Zuhause zu heizen. Statt Kälte zu produzieren, erzeugt sie also Wärme, und das mit einer erstaunlichen Effizienz.

Das geniale Prinzip einer Wärmepumpe

Stellen Sie sich einfach vor, Sie könnten die in der Luft oder im Boden gespeicherte Sonnenenergie direkt für Ihre Heizung anzapfen. Sogar an einem kühlen Wintertag. Genau das ist es, was eine Wärmepumpe tut. Sie „erntet“ die bereits vorhandene Wärme und transportiert sie dorthin, wo sie gebraucht wird: in Ihre Wohnräume.

Dieser Ansatz ist nicht nur clever, sondern auch extrem sparsam. Während klassische Heizsysteme Wärme durch die Verbrennung von Öl oder Gas erzeugen, braucht die Wärmepumpe lediglich Strom für ihren Antrieb. Sie vervielfacht die eingesetzte Energie, weil sie den Löwenanteil der Heizleistung direkt aus der Natur holt.

Der Kreislauf der Wärme

Das Herzstück des Ganzen ist ein geschlossener Kältemittelkreislauf, der in vier einfachen Schritten abläuft:

  • Verdampfen: Ein flüssiges Kältemittel nimmt die Umweltwärme auf. Da es einen sehr niedrigen Siedepunkt hat, verdampft es schon bei geringen Temperaturen.
  • Verdichten: Ein strombetriebener Kompressor saugt das gasförmige Kältemittel an und verdichtet es. Dadurch steigen Druck und Temperatur schlagartig an.
  • Verflüssigen: Das heiße Gas strömt nun zum Wärmetauscher des Heizsystems. Dort gibt es seine Wärme an Ihr Heizwasser (z. B. für die Fußbodenheizung) ab, kühlt sich dadurch ab und wird wieder flüssig.
  • Entspannen: Ein Expansionsventil reduziert den Druck des flüssigen Kältemittels schlagartig. Es kühlt dabei stark ab und ist bereit, erneut Wärme aus der Umwelt aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Genau dieses einfache, aber hochwirksame Prinzip macht die Wärmepumpe zur Schlüsseltechnologie für umweltfreundliches Heizen. Sie verwandelt eine Einheit Strom in drei bis fünf Einheiten nutzbare Wärme.

Effizienz in der Praxis

Wie gut eine Wärmepumpe ihre Arbeit macht, verrät die Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 4 bedeutet ganz konkret: Aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom macht die Anlage im Jahresdurchschnitt vier kWh Heizwärme.

Dieses hohe Effizienzniveau ist auch der Grund für ihren Siegeszug in deutschen Heizungskellern. Das wachsende Bewusstsein für diese Vorteile führte zu einem Rekordabsatz: Im Jahr 2023 wurden beeindruckende 356.000 Heizungswärmepumpen verkauft. Wenn Sie tiefer in die Zahlen eintauchen möchten, finden Sie aktuelle Marktdaten zur Wärmepumpe bei TGA Fachplaner.

Die vier kernkomponenten und ihr cleveres zusammenspiel

Nachdem wir das Grundprinzip verstanden haben, schauen wir uns die Technik mal genauer an. Das Herz jeder Wärmepumpe ist ein geschlossener Kreislauf, in dem vier Bauteile perfekt aufeinander abgestimmt sind, um Wärme von A nach B zu schaufeln. Man kann es sich wie ein eingespieltes Orchester vorstellen – nur wenn alle Instrumente im Takt spielen, entsteht am Ende die gewünschte Melodie, in unserem Fall wohlige Wärme.

Die vier Hauptdarsteller in diesem Stück sind der Verdampfer, der Verdichter, der Verflüssiger und das Expansionsventil. Jeder hat seine feste Rolle und sorgt dafür, dass ein spezielles Kältemittel seinen Zustand genau im richtigen Moment ändert, um Energie aufzunehmen und wieder abzugeben.

1. Der Verdampfer – hier wird die wärme eingesammelt

Alles startet beim Verdampfer. Er ist sozusagen der Fühler der Wärmepumpe, der die Energie aus der Umwelt anzapft. Bei einer Luft-Wärmepumpe ist das die Außeneinheit, bei einer Erdwärmepumpe sind es die Sonden oder Kollektoren im Boden.

Hier strömt das noch kalte, flüssige Kältemittel durch und nimmt die Wärme der Umgebung auf. Selbst an kühlen Tagen, wenn die Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt liegen, reicht diese Energie aus, um das Kältemittel zum Sieden zu bringen. Es verdampft vollständig und verwandelt sich in ein Gas – die aufgenommene Wärmeenergie ist nun darin gespeichert.

Diese Infografik fasst den Prozess schön zusammen und zeigt, wie die Wärme aus der Umwelt ins Haus gelangt.

Ein Prozessdiagramm zeigt, wie eine Wärmepumpe Umweltwärme (Luft/Erde) aufnimmt und in einem Haus nutzt.

Man sieht hier sehr gut den Weg der Energie: von der Quelle über die technische Aufbereitung bis zur Abgabe an das Heizsystem im Gebäude.

2. Der Verdichter – der eigentliche motor

Jetzt kommt der Verdichter (oft auch Kompressor genannt) ins Spiel. Das ist die einzige Komponente, die nennenswert Strom braucht und damit quasi der Motor des Ganzen ist. Er saugt das gasförmige Kältemittel an und presst es kräftig zusammen.

Durch diesen hohen Druck steigt die Temperatur des Gases schlagartig an. Aus einem lauwarmen Gas wird so ein richtig heißes.

Ein gutes Alltagsbeispiel ist die Fahrradpumpe: Wenn man ordentlich pumpt, wird das Ventil richtig warm. Genau dieser physikalische Effekt – Druck erzeugt Hitze – wird hier genutzt, um die Temperatur auf ein Niveau zu heben, das für die Heizung ausreicht.

3. Der Verflüssiger – die wärmeübergabe ans haus

Das heiße, stark komprimierte Gas strömt nun weiter zum Verflüssiger. Dabei handelt es sich im Grunde um einen Wärmetauscher. Hier gibt das Kältemittel seine gespeicherte Wärme an das Wasser in Ihrem Heizsystem ab, also an die Fußbodenheizung oder die Heizkörper.

Durch die Abgabe der Energie kühlt das Gas ab und kondensiert, es wird also wieder flüssig. Die Wärme ist jetzt genau da, wo sie hingehört: in Ihrem Zuhause.

4. Das Expansionsventil – der neustart des kreislaufs

Zu guter Letzt muss das Kältemittel wieder in seinen Ausgangszustand zurück. Das flüssige, aber immer noch unter Druck stehende Kältemittel fließt durch das Expansionsventil. Dieses Ventil sorgt für eine schlagartige Druckentlastung.

Durch diese plötzliche Entspannung sinkt die Temperatur des Kältemittels rapide ab, weit unter die der Umgebungsluft oder des Erdreichs. Jetzt ist es wieder kalt, flüssig und bereit für die nächste Runde. Der Kreislauf beginnt von vorn, indem es zurück zum Verdampfer fließt und sich neue Umweltwärme holt.

Die drei wichtigsten wärmepumpen-arten im vergleich

Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe. Je nachdem, woher die Energie kommt – aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser –, ändern sich Effizienz, Kosten und natürlich der Aufwand für die Installation. Die richtige Wärmequelle zu wählen, ist der vielleicht wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem Heizsystem, das auf Dauer Geld spart und die Umwelt schont.

Schauen wir uns die drei gängigsten Systeme einmal genauer an. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, welche Lösung wirklich zu Ihrem Haus und Ihrem Grundstück passt.

Vergleich verschiedener Wärmepumpen-Systeme: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine Erdwärmeinstallation an einem Haus.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der flexible Allrounder

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Abstand der Bestseller in Deutschland. Ihr Prinzip ist bestechend einfach: Ein Ventilator saugt ganz normale Außenluft an, entzieht ihr die Wärme und gibt diese ans Heizwasser ab. Fertig.

Der riesige Vorteil liegt ganz klar in der einfachen und relativ günstigen Installation. Man braucht keine teuren Bohrungen oder große Erdarbeiten. Deshalb ist sie die erste Wahl für die Nachrüstung in bestehenden Häusern und auf Grundstücken, wo der Platz begrenzt ist.

  • Pluspunkte: Geringere Investitionskosten, flexibel aufstellbar (oft reicht schon ein kleiner Platz im Garten oder an der Hauswand), ideal für die Modernisierung.
  • Knackpunkte: Wenn es draußen richtig eisig wird, sinkt ihre Effizienz etwas, weil sie mehr arbeiten muss. Je nach Modell und Standort kann das Außengerät auch hörbar sein.

Aber keine Sorge: Moderne Geräte arbeiten auch bei tiefen Minusgraden absolut zuverlässig und sind oft überraschend leise. Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ist sie die pragmatische und schnell umsetzbare Lösung.

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Die konstante Erdwärme

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die meisten kennen sie als Erdwärmepumpe, zapft die stabile Wärme im Boden an. Schon ein paar Meter unter der Grasnarbe ist es das ganze Jahr über konstant warm, meist so um die 8 bis 12 °C.

Um an diese Energie zu kommen, gibt es zwei Wege: entweder großflächig verlegte Erdkollektoren (wie eine riesige Fußbodenheizung im Garten) oder Erdsonden, die tief in den Boden gebohrt werden. Diese beständige Wärmequelle macht die Erdwärmepumpe extrem effizient, denn sie arbeitet völlig unbeeindruckt von klirrender Kälte oder Hitzewellen an der Oberfläche.

Der Lohn der Mühe: Die hohe und stabile Jahresarbeitszahl (JAZ) von Erdwärmepumpen sorgt für extrem niedrige Betriebskosten. Die höheren Anfangskosten für die Erdarbeiten spielen sich über die Jahre locker wieder ein.

Diese Variante ist perfekt für Neubauten, wo der Garten sowieso neu angelegt wird, oder für Sanierer, die eine langfristig besonders sparsame Lösung suchen und den Platz dafür haben.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Die höchste Effizienz

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist sozusagen die Königsklasse. Sie nutzt das Grundwasser als Energiequelle, das mit konstanten 10 °C das ganze Jahr über eine ideale Temperatur hat. Das Ergebnis ist die höchste Effizienz, die man mit einer Wärmepumpe erreichen kann.

Der Haken? Man braucht zwei Brunnen: einen Saugbrunnen, um das warme Grundwasser hochzupumpen, und einen Schluckbrunnen, um es nach der Wärmeentnahme wieder zurück in den Boden zu leiten. Das ist aufwendig, genehmigungspflichtig und nicht überall möglich.

Doch wenn die geologischen und rechtlichen Bedingungen stimmen, wird man mit unschlagbar niedrigen Heizkosten belohnt. Sie ist die leistungsstärkste Antwort auf die Frage, wie eine Wärmepumpe funktioniert – einfach erklärt durch die Nutzung der stabilsten Wärmequelle überhaupt.

Vergleich der gängigsten Wärmepumpen-Arten

Um die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Merkmale der drei Systeme in einer Tabelle gegenübergestellt. So sehen Sie auf einen Blick, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Typen liegen.

Merkmal Luft-Wasser-Wärmepumpe Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)
Wärmequelle Umgebungsluft Erdreich (konstante Temperatur) Grundwasser (sehr konstante Temperatur)
Effizienz (JAZ) Gut (ca. 3,5–4) Sehr gut (ca. 4–5) Herausragend (ca. 5 und höher)
Installationsaufwand Gering, keine Erdarbeiten nötig Hoch (Bohrung oder Flächenkollektor) Sehr hoch (zwei Brunnen, Genehmigungen)
Anschaffungskosten (niedrig) €€ (mittel bis hoch) €€€ (hoch)
Betriebskosten Mittel Niedrig Sehr niedrig
Platzbedarf Gering (Außengerät) Groß (Flächenkollektor) oder tief (Sonde) Gering (Brunnenschächte)
Ideal für... Bestandsgebäude, Nachrüstung, kleinere Grundstücke Neubauten, große Grundstücke, Effizienzliebhaber Grundstücke mit passendem Grundwasservorkommen

Jedes System hat seinen Platz. Während die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch ihre Flexibilität punktet, überzeugen die Erd- und Grundwassersysteme durch ihre unschlagbare Effizienz im laufenden Betrieb. Die Wahl hängt letztlich von Ihrem Grundstück, Ihrem Budget und Ihren persönlichen Prioritäten ab.

Was die Kennzahlen COP und JAZ wirklich aussagen

Wenn man über die Effizienz von Wärmepumpen spricht, stolpert man schnell über zwei Begriffe: COP und JAZ. Beide beschreiben im Grunde das Gleiche: Wie viel Heizwärme die Anlage aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom herausholt. Je höher die Zahl, desto besser – und desto niedriger Ihre Stromrechnung.

Doch Vorsicht, die beiden Werte sind nicht dasselbe. Den Unterschied zu kennen ist entscheidend, um zu verstehen, was ein Prospekt verspricht und was bei Ihnen zu Hause tatsächlich ankommt.

COP: Der Laborwert für den direkten Vergleich

Stellen Sie sich den COP (Coefficient of Performance) wie den Normverbrauch bei einem Auto vor. Er wird unter streng kontrollierten Laborbedingungen gemessen – bei einer ganz bestimmten Außentemperatur und einer festgelegten Wassertemperatur für Ihre Heizung (zum Beispiel 2 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf).

Dieser Wert ist super, um die technische Qualität verschiedener Modelle im Laden direkt miteinander zu vergleichen. Er zeigt, was das Gerät unter Idealbedingungen leisten kann. Über die tatsächliche Effizienz in Ihrem Keller über das ganze Jahr verteilt, sagt er aber noch nichts aus.

JAZ: Die entscheidende Zahl für Ihre Heizkosten

Hier kommt die Jahresarbeitszahl (JAZ) ins Spiel, und das ist die Kennzahl, die für Sie als Hausbesitzer wirklich zählt. Sie misst das reale Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom über ein komplettes Jahr – mit eiskalten Wintertagen, milden Übergangszeiten und allem, was dazwischen liegt.

Eine gute JAZ bewegt sich heute zwischen 3,5 und 5. Das heißt ganz praktisch: Aus einer kWh Strom machen Sie im Jahresdurchschnitt 3,5 bis 5 kWh wohlige Wärme. Dieser Wert ist die ehrliche Bilanz Ihrer Anlage und die Basis für Ihre Heizkostenabrechnung.

Die JAZ ist kein reiner Gerätewert, sondern das Ergebnis des gesamten Systems. Mehrere Faktoren spielen hier eine riesige Rolle:

  • Die Vorlauftemperatur: Je kühler das Wasser in Ihrem Heizsystem sein darf, desto weniger muss die Wärmepumpe ackern. Eine Fußbodenheizung (ca. 35 °C) ist hier der absolute Effizienz-Champion im Vergleich zu alten Heizkörpern (oft über 55 °C).
  • Die Dämmung Ihres Hauses: Ein gut isoliertes Haus hält die Wärme drinnen. Die Wärmepumpe muss seltener und weniger intensiv laufen, was die JAZ direkt nach oben treibt.
  • Die gewählte Wärmequelle: Eine Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe hat es leichter, weil die Temperaturen im Erdreich oder Grundwasser das ganze Jahr über recht stabil sind. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen im Winter bei Minusgraden mehr leisten und haben es dadurch schwerer, eine Top-JAZ zu erreichen.

Am Ende des Tages ist die JAZ das Zeugnis für ein gut geplantes Gesamtpaket. Sie zeigt, wie perfekt die Wärmepumpe, Ihr Haus und Ihre Heizkörper oder Fußbodenheizung als Team zusammenspielen.

Welche Voraussetzungen Ihr Haus erfüllen sollte

Damit Ihre Wärmepumpe nicht nur heizt, sondern auch richtig sparsam läuft, muss Ihr Haus ein paar Voraussetzungen mitbringen. Aber keine Sorge: Der alte Mythos, dass diese Technik nur im Neubau funktioniert, ist längst widerlegt. Viele Bestandsgebäude lassen sich mit ein paar gezielten Handgriffen fit für die Zukunft machen.

Der mit Abstand wichtigste Punkt ist der Wärmeverlust Ihres Hauses. Eine gute Dämmung von Dach, Fassade und Fenstern ist das A und O – nicht nur für die Wärmepumpe, sondern für jedes moderne Heizsystem. Je weniger Wärme nach draußen entweicht, desto seltener muss die Anlage anspringen. Das schont nicht nur die Technik, sondern vor allem Ihren Geldbeutel.

Querschnitt eines Hauses mit sichtbarer Holzkonstruktion, roten Rohren und der Aufschrift „GUTE DÄMMUNG“.

Die Sache mit der Vorlauftemperatur

Der zweite Schlüssel zum Erfolg ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur des Wassers, das die Wärmepumpe durch Ihre Heizkörper oder die Fußbodenheizung schickt. Hier gilt eine ganz einfache Faustregel: Je kühler das Heizwasser sein darf, desto effizienter und sparsamer arbeitet die Wärmepumpe.

  • Fußbodenheizungen sind der Idealfall. Dank ihrer riesigen Fläche kommen sie oft mit nur 35 °C aus und geben eine wunderbar gleichmäßige Wärme ab.
  • Moderne, großflächige Heizkörper (Niedertemperatur-Heizkörper) sind ebenfalls bestens geeignet und arbeiten effizient mit etwa 40–50 °C.
  • Alte, kleine Rippenheizkörper sind oft die Problemzone. Sie brauchen meist hohe Temperaturen von über 55 °C, um einen Raum warm zu bekommen – das ist Gift für die Effizienz einer Wärmepumpe.

Sie können das ganz einfach selbst testen: Stellen Sie an einem richtig kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer alten Heizung manuell auf 50 °C ein. Wird es in allen Räumen noch gemütlich warm? Perfekt, dann sind die Weichen für eine Wärmepumpe gestellt. Manchmal genügt es schon, nur die wichtigsten Heizkörper gegen größere Modelle auszutauschen.

Eine Wärmepumpe im Altbau ist kein Widerspruch. Es ist eine Frage der richtigen Planung. Jede energetische Sanierung macht Ihr Haus nicht nur fit für die Wärmepumpe, sondern steigert auch seinen Wert.

Wärmepumpen im Neubau und Altbau

Wie beliebt diese Heiztechnik mittlerweile ist, zeigen die Zahlen ganz deutlich. Im Jahr 2023 wurden bereits 64,6 % aller neu gebauten Wohngebäude in Deutschland primär mit einer Wärmepumpe ausgestattet. In Niedersachsen, einer Region mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern, liegt die Quote sogar bei stolzen 68,9 %. Die Wärmepumpe ist also längst zum neuen Standard geworden. Mehr zu dieser Entwicklung erfahren Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes.

Und im Altbau? Hier gilt: Mit den richtigen Maßnahmen, wie einer besseren Dämmung oder dem Austausch einzelner Heizkörper, kann eine Wärmepumpe auch in einem bestehenden Gebäude ihre Stärken voll ausspielen. Der erste Schritt ist immer eine ehrliche Analyse Ihres Hauses durch einen Fachmann. Unsere Experten beraten Sie gerne, um die beste Lösung für Ihr individuelles Heizsystem zu finden.

Was eine Wärmepumpe kostet – und wie sich die Investition rechnet

Klar, eine Wärmepumpe ist erstmal eine größere Anschaffung. Doch bevor Sie bei den Zahlen zusammenzucken: Dank großzügiger staatlicher Förderungen und den enormen Einsparungen im laufenden Betrieb sieht die Rechnung am Ende oft ganz anders aus, als man zunächst denkt.

Die Kosten hängen natürlich stark davon ab, für welches System Sie sich entscheiden und wie aufwendig der Einbau ist. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist meist der günstigste Einstieg und liegt typischerweise zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Wenn Sie die konstante Wärme aus dem Erdreich nutzen wollen, müssen Sie für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe tiefer in die Tasche greifen – hier landen Sie inklusive Bohrung oder Flächenkollektor schnell bei 25.000 bis 40.000 Euro. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist mit über 30.000 Euro zwar die teuerste, aber oft auch die effizienteste Variante.

Der Staat heizt kräftig mit: Förderungen machen den Unterschied

Genau an diesem Punkt wird es für Hausbesitzer richtig interessant. Die staatlichen Förderprogramme sind so gestaltet, dass sie den Umstieg auf klimafreundliches Heizen massiv erleichtern. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die von der KfW und dem BAFA verwaltet wird, können Sie sich einen beträchtlichen Teil der Investition zurückholen.

Im besten Fall kann der Zuschuss beim Austausch einer alten Heizung bis zu 70 % der förderfähigen Kosten decken. Diese Summe setzt sich aus einer soliden Grundförderung und verschiedenen Boni zusammen, zum Beispiel für den frühzeitigen Austausch einer alten Ölheizung oder für Haushalte mit geringerem Einkommen.

Eine Investition von 30.000 Euro kann so im Handumdrehen auf unter 10.000 Euro schrumpfen. Das verändert die gesamte Kalkulation.

Wann rechnet sich das Ganze für mich?

Die eigentliche Frage ist aber nicht, was die Anlage kostet, sondern wann sie sich bezahlt macht. Hier liegt die große Stärke der Wärmepumpe: Ihre Betriebskosten sind unschlagbar niedrig. Den Großteil der Energie holt sie sich kostenlos aus der Umwelt, und auch die Wartung ist deutlich unkomplizierter als bei einer alten Öl- oder Gasheizung.

Richtig clever wird es, wenn Sie die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach koppeln. Dann betreiben Sie Ihre Heizung mit selbst erzeugtem, günstigem Solarstrom und machen sich praktisch unabhängig von den Launen des Energiemarktes. Genau diese Kombination ist der Schlüssel, um die Kosten maximal zu senken und die Investition am schnellsten wieder hereinzuholen. Für Hausbesitzer im Raum Braunschweig kann eine solche Analyse der Photovoltaik-Potenziale der erste Schritt zu einem zukunftsfähigen Energiekonzept sein.

Letztendlich ist die Entscheidung für eine Wärmepumpe nicht nur gut für die Umwelt. Sie ist eine langfristig kluge Investition, die Ihre Energiekosten dauerhaft senkt und gleichzeitig den Wert Ihres Hauses steigert.

Häufig gestellte Fragen zur Funktion einer Wärmepumpe

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Fragen beantworten, die uns in der Praxis immer wieder begegnen. Sie helfen dabei, die letzten Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und zeigen, wie unkompliziert und clever eine Wärmepumpe im Grunde arbeitet.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?

Ja, absolut. Viele haben die Sorge, dass eine Wärmepumpe im tiefsten Winter schlappmacht, aber das ist unbegründet. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind so ausgelegt, dass sie selbst bei eisigen Temperaturen von -20 °C und darunter noch zuverlässig Wärme aus der Außenluft ziehen können.

Das Geheimnis liegt im Kältemittel, das einen extrem niedrigen Siedepunkt hat. Selbst die kalte Winterluft ist im Vergleich dazu noch „warm“ genug, um den Prozess am Laufen zu halten. Und für den Fall der Fälle, also für extrem kalte Tage oder in einem weniger gut gedämmten Haus, haben die meisten Geräte einen elektrischen Heizstab eingebaut. Dieser springt aber nur als kurzzeitige Unterstützung ein und ist sozusagen das Sicherheitsnetz – im normalen Betrieb werden Sie davon kaum etwas mitbekommen.

Ist eine Wärmepumpe nicht furchtbar laut?

Das ist ein Vorurteil aus den Anfangszeiten der Technik. Die Lautstärke war früher tatsächlich ein Thema, doch die heutigen Geräte haben damit kaum noch etwas zu tun. Die Außeneinheiten von Qualitätsherstellern sind im Betrieb oft leiser als das Prasseln von Regen.

Ein gut geplantes und richtig aufgestelltes Gerät werden Sie im Alltag kaum wahrnehmen.

Natürlich hängt die Lautstärke immer ein wenig vom Modell und der gerade abgerufenen Leistung ab. Aber keine Sorge: Es gibt klare gesetzliche Vorschriften zum Lärmschutz und zum Abstand vom Nachbargrundstück, die von vornherein sicherstellen, dass niemand gestört wird.

Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?

Ja, das ist einer der großen Vorteile! Viele moderne Wärmepumpen können ihren Kreislauf einfach umkehren. Im Sommer entziehen sie dann den Wohnräumen Wärme und leiten diese nach draußen ab, anstatt Wärme von draußen nach drinnen zu holen.

Besonders gut funktioniert das in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Diese wirkt dann wie eine sanfte Flächenkühlung, die die Raumtemperatur angenehm um einige Grad senken kann – ganz ohne die zugige und oft laute klassische Klimaanlage.

Brauche ich denn zwingend eine Fußbodenheizung?

Nein, das ist einer der hartnäckigsten Mythen. Klar, eine Fußbodenheizung ist der Idealpartner für eine Wärmepumpe, weil sie mit sehr niedrigen Wassertemperaturen (der sogenannten Vorlauftemperatur) arbeitet. Aber sie ist keine zwingende Voraussetzung.

Auch mit modernen Heizkörpern kann eine Wärmepumpe sehr effizient laufen. Wichtig ist nur, dass die Heizflächen groß genug sind, um Ihre Räume auch mit einer Vorlauftemperatur von maximal 50–55 °C behaglich warm zu bekommen. Manchmal genügt es schon, in den wichtigsten Zimmern ein paar alte Rippenheizkörper gegen größere, moderne Modelle auszutauschen. Eine individuelle Prüfung Ihres Heizsystems durch einen Fachmann bringt hier schnell Klarheit.

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